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Covid-19 bei Kondanani

Das Corona-Virus bzw. Covid-19 beherrscht die Medien und hat sich mittlerweile auf der ganzen Welt ausgebreitet. Laut des Coronavirus Resource Centre der John Hopkins Universität gibt es am heutigen Tag 8 bestätigte Fälle und einen Todesfall in Malawi. Das ist vergleichsweise wenig zu den Zahlen, die wir sonst so in den Medien lesen. Wenn man allerdings das Gesundheitssystem eines Dritte-Welt-Landes mit dem unsrigen vergleicht, wird klar, dass sich diese Zahl auch rasant entwickeln kann.

Der malawische Präsident Peter Mutharika hat schnell auf die WHO-Empfehlungen reagiert und am 20. März 2020 vorsorglich den nationalen Katastrophenfall ausgerufen, obwohl es zu dem Zeitpunkt noch keinen bestätigten Covid-19-Fall gab. Die Schulen sind seit dem 23.03.2020 geschlossen und Menschenversammlungen mit mehr als 100 Personen sind untersagt. Menschen aus Risikogebieten wurde die Einreise untersagt, ansonsten finden Gesundheitskontrollen für Einreisende statt.

Was bedeutet das für Kondanani?

Wenn 150 Kinder mit einigen Erwachsenen auf einem Gelände leben, dann kann man nur bedingt auf Abstand gehen. Es wurde darüber gesprochen, dass alle darauf achten sollen, weniger Körperkontakt miteinander zu haben und sich die Hände regelmäßig zu waschen. Kondanani hat das Privileg Wasserleitungen und Wasserhähne zu haben. In den umliegenden Dörfern muss das Wasser häufig vom Brunnen geholt werden.

Die Kondanani-Schule läuft trotzdem weiter, denn in einem Kinderdorf macht es keinen Unterschied, ob sich alle zusammen in ihren Häusern oder eben in den Klassenzimmern aufhalten. Die Kinder haben kein Zuhause, wo sie von ihren Eltern betreut werden können. Kondanani ist ihr Zuhause und für die Betreuung zuständig. Da die Kinder ja größtenteils selbstständig an ihren Schreibtischen lernen und individuell an ihren Aufgaben arbeiten, geht es genauso weiter wie bisher.

Die Mitarbeiter des Kinderdorfs tragen alle einen Mundschutz und Annie hat dafür gesorgt, dass Anfang des Monats die doppelte Ration an Lebensmitteln gekauft wurde – soweit das möglich war. Hierbei ging es nicht um Klopapier und Nudeln, sondern um Maismehl und andere Grundnahrungsmittel. Frische Lebensmittel müssen weiterhin auf dem Markt eingekauft werden. Die Bilder zeigen einen kleinen „Resteinkauf“ für diese Woche. Einer aus unserem deutschen Team hat anlässlich seines Geburtstags um eine Kondanani-Geldspende statt Geschenke gebeten. Dabei kamen 60€ zusammen. Wir wollten mal wissen, wieviel man mit diesem Geld einkaufen kann. Eine Mitarbeiterin hat uns dann diese Fotos geschickt. Die dargestellten Lebensmittel reichen etwa 4 Tage. 

Ein Nachteil, den Kondanani allerdings schon spüren musste, ist, dass einige Mitarbeiter des Vereins in Großbritannien jetzt im April/Mai für ein paar Wochen zu Besuch kommen wollten. Das machen sie jedes Jahr und sie kennen sich mittlerweile auch gut dort aus. Jedes Mal, wenn wir oder andere Unterstützer ins Kondanani-Dorf fahren, nehmen wir Dinge mit, die dort benötigt werden, aber die man entweder in Malawi nicht kaufen kann oder nur zum drei- oder vierfachen Preis erwerben kann, z.B. bestimmte Büromaterialien (Druckerpatronen etc.). Die überteuerten Preise hängen mit sehr hohen Einfuhrzöllen zusammen. Alle Besuche des Kinderdorfs mussten jetzt erstmal auf Eis gelegt werden.

Leider ist auch das Projekt Kinderkrankenhaus immer noch nicht angelaufen. Es fehlt nur noch eine wichtige Komponente: Der sogenannte „Medical Officer“, also ein qualifizierter Krankenhausleiter mit der entsprechenden medizinischen Ausbildung. Zum 01. Januar 2020 sollte ein solcher Mitarbeiter seinen Dienst gemeinsam mit einer Krankenschwester antreten und ist leider aus uns unbekannten Gründen nicht gekommen. Anfang März gab es ein weiteres Vorstellungsgespräch. Dieser Arzt hatte aber keine gültige Lizenz mehr und verlangte, dass Kondanani dafür zahlt. Das wäre ein Risiko für das Kinderdorf gewesen, da man nicht sicherstellen konnte, dass die Person dann auch das Geld zurückzahlen würde bzw. auch längerfristig für Kondanani arbeiten würde. Somit ist man weiterhin bemüht, die passenden Mitarbeiter für das Projekt zu finden.

Wir versuchen euch über diesen Blog auf dem Laufenden zu halten, was die Auswirkung der Pandemie auf das Kinderdorf betrifft, aber auch, was alle anderen Entwicklungen betrifft. Bei Rückfragen könnte ihr uns gern per Mail kontaktieren.

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